Angelman-Syndrom (AS)

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Das Angelman‑Syndrom (AS) ist eine seltene genetisch-bedingte neurologische Entwicklungsstörung mit beeinträchtiger Sprachfähigkeit und Motorik, die durch eine mittelschwere bis schwere Intelligenzminderung, Mikrozephalie, Krampfanfälle, ataktischen Gang und ausgeprägte faziale Auffälligkeiten gekennzeichnet ist. Klinisch manifestiert sich die Störung meist im ersten bis zweiten Lebensjahr durch Entwicklungsverzögerungen, gefolgt von typischen Merkmalen wie häufigem Lachen, Handwedelbewegungen, Hyperaktivität, kurzer Aufmerksamkeitsspanne und Schlafstörungen. Die weltweite Prävalenz wird auf 1:10.000 bis 1:20.000 geschätzt. Das mit dem AS in ursächlichem Zusammenhang stehende UBE3A-Gen wird im Gehirn ausschließlich vom mütterlichen Chromosom 15 exprimiert. Genetisch beruht das AS auf dem Verlust der funktionellen mütterlichen UBE3A‑Expression, hervorgerufen durch verschiedene Mechanismen wie maternale Deletionen, paternale uniparentale Disomie, Imprinting‑Defekte oder pathogene Varianten im UBE3A‑Gen.
Das Management umfasst symptomorientierte Therapieansätze wie Anfallskontrolle, Förderung der motorischen und kommunikativen Fähigkeiten sowie multidisziplinäre Betreuung zur Verbesserung der Lebensqualität.
Material Dauer Akkreditierung
3 - 5 ml EDTA-Blut 4 Wochen ja
Untersuchte Bereiche / Gene
Gen/Region OMIM-P Erbgang Erkrankung Methodik
15q11-q13 105830 AD Angelman-Syndrom (AS) Methylierungssensitive MLPA, MLPA-Analyse, STR-Analyse
Methodik / Diagnostik
Der Nachweis eines Imprinting-Defekts (ID) oder einer Deletion in der maternalen 15q11-q13-Chromosomenregion (ANCR) erfolgt durch eine methylierungssensitive PCR und anschließender Quantifizierung durch MLPA-Analyse (Multiplex-Ligation-dependent-Product-Amplification). Mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) werden die Exons des UBE3A-Gens, inklusive angrenzender Intronbereiche, amplifiziert und direkt sequenziert. Gegebenenfalls wird eine Mikrosatellitenanalyse (STR-Analyse) zum Nachweis einer paternalen uniparentalen Disomie 15 (patUPD15) durchgeführt.
Es wird eine Stufendiagnostik empfohlen:
- Stufe I: Methylierungssensitive MLPA-Analyse von 15q11-q13
- Stufe II: DNA-Sequenzanalyse und MLPA-Analyse des UBE3A-Gens
- Stufe III: STR15-Analyse zum Nachweis einer patUPD15
Kosten
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant. Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.
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