Die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit (CMT) ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung, deren Prävalenz auf 18 pro 100,000 Einwohner (basierend auf englischen und chinesischen Datenbanken) geschätzt wird. Die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT), synonym als hereditäre motorisch-sensible Neuropathie (HMSN) bezeichnet, ist eine klinisch und genetisch heterogene Gruppe chronischer Polyneuropathien. Die Genetik der CMT umfasst über 74 identifizierte Gene, die einem autosomal dominanten, rezessiven und X-chromosomalen erbgängen folgen. Klinisch manifestiert sich die Erkrankung zwischen der ersten und dritten Lebensdekade durch eine symmetrische, langsam progrediente distale Muskelatrophie und -schwäche. Das Leitsymptom umfasst eine Schwäche der Fuß- und Handmuskulatur, oft mit einem charakteristischen Pes cavus (Hohlfuß) und abgeschwächten Muskeleigenreflexen. Motorische Defizite wie der Steppergang bei bilateralem Fallfuß treten häufig auf. Sensorisch zeigen Patienten einen distal betonten Verlust der Vibrations-, Schmerz- und Temperaturwahrnehmung. Elektrophysiologisch wird zwischen demyelinisierten Formen (CMT1, NCV <35 m/s) und axonalen Varianten (CMT2) differenziert. Während die Progression meist langsam ist und die Lebenserwartung nicht einschränkt, benötigen etwa 5 % der Betroffenen im Verlauf einen Rollstuhl. Die Diagnosesicherung erfolgt durch eine molekulargenetische Stufendiagnostik, mit der PMP22-Analyse als erster Stufe, da die autosomal-dominante PMP22-Duplikation (17p11.2) mit einem Anteil von bis zu 50% die häufigste Ursache darstellt
Im Falle einer Haploinsuffizienz des PMP22-Gens (17p12), die in 80 % der Fälle durch eine 1,5-Mb-Deletion und in 20 % durch Sequenzvarianten verursacht wird, kommt es zu einer hereditären Neuropathie mit Neigung zu Druckläsionen (HNPP). Die Erkrankung folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, und wird bei einer Prävalenz auf 7 bis 16 pro 100.000 Einwohner vermutlich häufig trotz Symptomatik nicht diagnostiziert.
Charcot-Marie-Tooth-Krankheit, demyelinisierend, Typ 1A (CMT1A)
Sanger Sequenzierung
Kosten
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant.
Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.